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Macao & Hongkong

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Spät am Abend kam unser Flug von Manila in Macao an. Der Flughafen von Macao befindet sich auf der Insel Taipa, doch da es verboten ist die Brücken von dort in die Innenstadt mit dem Fahrrad zu befahren, standen wir nun vor der Frage wie wir dort hin kommen sollten. Am Taxistand war eine lange Schlange und da unsere Räder noch verpackt in Kartons waren, hielten wir das zwar nicht für die günstigste aber doch einfachste Lösung. Jedoch schien es keine größeren Taxis zu geben, wie also die Räder unterbringen? Eine Frau die den Taxistand überwachte hielt letztlich ein Taxi für uns an und fragte den Fahrer ob er die Räder unterbringen könne, er stopfte die Kartons in den kleinen Kofferraum so dass die Hälfte noch heraus stand. Wir fuhren über eine der “verbotenen” Brücken, übrigens mit breitem Seitenstreifen und eigentlich gut zu befahren, mit Blick auf die hell erleuchtete und ziemlich imposante Skyline. Glücklicherweise ging alles gut und wir standen vor dem einzigen Hostel welches ich in Macao im Internet finden konnte. Das Augusters war so freundlich uns obwohl es ausgebucht war in der Lobby auf zwei Feldbetten zu beherbergen. Das war nett und günstig aber nicht gerade angenehm. Unsere Betten wurden erst um 24 Uhr aufgebaut und danach mussten sich die anderen Gäste an uns vorbei drücken um zum Zimmer oder vom Zimmer zur Toilette zu kommen. Da das Hostel sehr klein war, nur drei Zimmer mit sechs Betten, waren das zum Glück nicht all zu viele. Dennoch waren wir froh nach nur zwei Nächten wieder abzureisen und das Provisorium hinter uns zu lassen.

Macao ist bekannt für sein portugiesisches Kolonialerbe und Glücksspiel. Dementsprechend touristisch ist es hier auch. Die Gassen waren voll von vornehmlich chinesischen Besuchern die alles zu dokumentieren schienen und ganz verrückt eine bestimmte Sorte von Keksen hier kauften. Wir unternahmen einen Ausflug vom Senado-Platz zum Monte-Fort mit einem Rundum-Blick über die Stadt zur Ruine von Sao Paulo. In den schmalen Straßen drumherum gab es kaum ein Durchkommen! Da wir keinen Platz zum Entkommen hatten liefen wir durch etliche Casinos, hielten uns aber von den Tischen fern, da wir es für eine schlechte Idee hielten mit unserem Budget einem Spielwahn zu erliegen …

Viel mehr gab es in Macao dann aber doch nicht zu erleben und wir waren froh als unsere Betten dann bereit standen.

Am nächsten Morgen bauten wir unsere Räder zusammen, fuhren zum Fährterminal und waren anderthalb Stunden später in Hongkong Kowloon. Unterkunft fanden wir in den Mirador Mansions die im Gegensatz zu den benachbarten Chungking Mansions über einen großen Cargo-Aufzug verfügen. 200 HK$ (ca. 20 Euro) ist zwar keineswegs das was unserem Budget angepasst war, aber für Hongkong doch noch recht günstig. Zehn Tage blieben wir in Hongkong, erst auf der Mission “warme” Kleidung, einen Schlafsack, ein paar Radersatzteile und etlich anderes zu erstehen, wieder Überflüssiges heim zu schicken und ein Visum für China zu besorgen. Letztlich litt ich dann an einer ausgesprochen schmerzhaften Rachenentzündung, die ich vor der Weiterreise auskurieren wollte. Es ist unglaublich wie oft ich krank war seit wir unterwegs sind, obwohl ich daheim eigentlich immer gesund blieb auch in den schlimmsten Grippezeiten. Das Wetter war aber auch besonders schlecht, meist grisselte es und es war sehr kalt … Wer weiß ob aber nicht auch das ständigen Rumgespucke hier damit etwas zu tun hat …

Wir waren mehrere Tage mit Shopping beschäftigt, suchten etliche Outdoorläden auf (RC Outfitters und The Outdoor Shop waren ganz gut) und fanden zwei gute Radläden (Flying Ball und Mongkok Pro Bicycle). Ein Schnäppchenparadies ist Hongkong nicht gerade, die selben Preise bekommt man in Deutschland auch wenn man ein wenig sucht, aber im Gegensatz zu anliegenden Ländern fanden wir hier ein breites Angebot und das was wir gerade brauchten. Offensichtlich ist Shopping die Hauptattraktion der vielen Touristen hier. Kaum jemand lief ohne Einkaufstüte rum und in den Straßen von Mong Kok war der Massenauflauf kaum auszuhalten. Zudem scheint es mir außergewöhnlich dass sich lange Schlangen vor Designerläden wie Louis Vuitton oder Prada bilden, es aber für die hauptsächlich chinesischen Kunden selbstverständlich und durchaus erträglich zu sein scheint lange in der Kälte auf Einlass zu warten.

Nach ein paar Tagen erst gingen wir zu einer renommierten Visa-Agentur und dann zum chinesischen Konsulat direkt, woraufhin wir uns von dem Schock erholen mussten nur ein 30-Tage-Visum zu bekommen. Wieder mal mussten wir uns überlegen was wir nun tun wollten, hatten wir doch auf sechs Monate gehofft und mit 90 Tagen gerechnet. Unser grober Plan war gewesen von Hongkong nach Chengdu in Sichuan zu fahren, von dort über die Berge und die Hochebenen in Westchina nach Kashgar und weiter nach Pakistan. Direkt nach Chengdu zu fliegen war keine Option da es dort noch zu kalt war. Und wie weit würden wir von dort mit 30 Tagen und einer Verlängerung auch kommen? Nach mehreren weiteren Überlegungen entschieden wir uns letztlich ganz pragmatisch erst mal hier auf dem Kontinent zu bleiben und in den 30 Tagen nach Vietnam zu fahren, von dort über Laos nach Thailand und es dann in Bangkok noch mal mit einem längeren Visum zu versuchen. Glücklich waren wir mit der Option “Südostasien” nicht, da wir doch gerade erst entflohen und froh waren wo anders zu sein! Immerhin waren wir auf dem Festland und freuten uns darauf einfach Fahren zu können ohne abhängig von anderen Transportmitteln zu sein.

[thaya]