Beiträge mit Schlagworten ‘Malaysia’

Cruising Indonesia – PELNI Special

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Bali die 2te. Es war der günstigste Flug aus Australien raus und – Bali ist nicht die schlechteste Destination. Nachdem wir geringfügige Probleme mit der Airline hatten – man hatte uns gezwungen ein Rück- bzw. Weiterflugticket zu kaufen, dass wir, wie man uns sagte, vor Ort wieder stornieren und damit unser Geld zurück bekommen könnten (was nicht stimmte – wir mussten schließlich deren Büro in Sydney anrufen …), hatte uns Kuta wieder. Unser erster Weg führte uns zum PELNI Büro, wo wir 2 Tickets nach Sulawesi erstanden. Nach zehntägigem Warten und dem üblichen Stress beim Boarden freuten wir uns auf eine weitere Schiffsreise. Da unter Deck bereits alles belegt war und einige Indonesier bereits in den Ecken und Treppenaufgängen kampierten entschieden wir uns gleich an Deck zu bleiben. Das Wetter war gut, wir fanden eine Bank und hatten auch die Räder direkt bei uns. Gegen später gesellten sich dann einige Indonesier zu uns, und ein australischer Backpacker, der sich in der letzten Phase seines Ueberlandtrips von London nach Australien befand. Alles war in bester Ordnung bis der 1. Offizier uns warnte, dass es in den nächsten beiden Häfen etwas hektisch zu gehen werde und noch mehr Leute an Bord kommen würden, dass wir um unsere Ruhe fürchteten. Und das taten wir zurecht. Als wir im nächsten Hafen anlegten konnten wir einen Mob erkennen der hinter der Umzäunung wartete. Einige von ihnen trugen Kleidung die sie als PELNI Träger identifizierte, der Rest hatte seine Arbeitskleidung wohl entweder in der Wäsche oder war versuchte als freier Träger ein paar Rupien zu verdienen. Noch bevor das Schiff angelegt hatte versuchten schon die ersten den Zaun zu überwinden um auf die Treppe zu gelangen, wo sie vom Sicherheitpersonal zurück geprügelt wurden. So krass sich das auch anhört, schien das alle paar Wochen stattfindende Ereignis der Ankunft eines grossen Schiffes eine willkommene Abwechslung im wahrscheinlich eher ereignislosen Alltags diese Ortes zu sein, so dass die Männer sich eher zum Spass einen Wettbewerb lieferten wer wohl der erste an Bord sein würde.

Allerdings hat der Spass auch seine Grenzen. Z.B. wenn weinende, zu Tode geängstigte Frauen einem Säuglinge entgegen halten aus Angst zu stolpern und von der Menge überrannt oder zerquetscht zu werden! Wir befürchteten das Schlimmste im nächsten Hafen, hier lief es aber etwas zivilisierter ab. Mittlerweile war sämtlicher Platz an Deck in Beschlag genommen. Ganze Familien machten es sich an Deck so gut es ging auf Plastikplanen gemütlich, während andere die noch einen Platz auf einer Bank ergattern konnten mit dem Oberkörper auf ihren Gepäckberg gebeugt schliefen. Zunächst empfanden wir Mitleid – immerhin hatten wir eine ganze Bank und sogar eine Matte, doch Mitgefühl ist hier nicht angesagt. Jeder ist sich hier selbst der Nächste, es werden um Zentimeter gekämpft, und nach dem wir gutherzig wie wir sind einer Indonesierin einen Platz auf unserer Bank anboten sass bald darauf die halbe Familie auf der Bank! Zwischenzeitlich hatte auch das Wetter umgeschlagen. Es regnete leicht und obwohl wir ein Dach über dem Kopf hatten sorgte die Nässe doch dafür dass innerhalb kurzer Zeit auf Deck ein Schmierfilm aus Staub und Wasser entstand. Zusätzlich hatte es etwas Wellengang, und so stürzten regelmäßig Leute an uns vorbei um sich über Bord, meist aber in den Eimer der 3m von uns entfernt stand zu übergeben. Lecker!

Aber alles nimmt auch mal ein Ende und so kamen wir schließlich wohlbehalten in Makassar an. Ursprünglich wollten wir ja das Toraja Hochland besuchen, allerdings machte uns die Regenzeit, das Visum und nicht zuletzt auch die noch nicht veröffentlichten PELNI-Fahrpläne einen Strich durch die Rechnung, so dass wir uns schweren Herzens entschieden Sulawesi am 2. Januar quasi ungesehen wieder zu verlassen, ein weiteres Schiff nach Nunukan auf Borneo zu nehmen, denn von dort ist es nur noch ein kurzer Speedboat-Trip nach Tawau, Sabah, Malaysia.

Der nordöstliche Teil von Malaysisch-Borneo empfing uns mit ausnehmender Freundlichkeit, chinesischen Läden, englischsprechenden Menschen (naja, sagen wir mal deutlich mehr als in Indonesien) und grundsätzlichen höheren Standards als in Indonesien. Aber zunächst mal waren wir krank. Ich zuerst, kurz darauf auch Frau Schroeder. Die Schiffsklimaanlage war wohl schuld, die uns zwei Tage lang mit einer Mischung aus kalter Luft und was-weiss-ich-sonst-noch beglückte. Aber zum Glück hatten wir ein Zimmer mit Movie-Channel, was uns in die beneidenswerte Lage versetzte Stirb Langsam 2, 101 Dalmatiner, Signs und diverse andere Filme mindestens dreimal und zusätzlich zwischen den Filmen die monatlichen Highlights als Vorschau zu sehen. Fünf Tage später verliessen wir Tawau, immer noch leicht angeschlagen, unser Weg führte uns in vier eher ereignislosen Tagen durch endlose Oelpalmplantagen nach Sandakan, wo uns eine weitere Schiffsreise durch den berüchtigen Sulu-Archipel (wer erinnert sich noch an die entführten Deutschen auf Jolo?) nach Zamboanga City auf den Phillippinen erwartete.

[andreas]


Kuala Lumpur – Malakka – Singapur

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Viel zu früh klingelte uns der Wecker aus dem Schlaf. Nach über einer Woche exzessiven Rumhängens und der Vermeidung jeglicher überflüssiger Aktivität gestaltete sich das Aufstehen erwartungsgemäß unerfreulich. Aber es half ja nichts, wir mussten endlich mal wieder weiterkommen! Auf der Strecke nach Seremban wollten wir diesmal auf den Highway verzichten und eine Nebenstrecke nehmen. Leider stimmten unser Kartenmaterial und die Angaben bei Google Maps nicht mit der Realität überein. Letztlich landeten wir doch wieder auf einem Highway, der nirgends verzeichnet war. Wir ergaben uns dem Schicksal und fuhren auf diesem weiter nach Seremban. Die Straße war neu, mit breitem Seitenstreifen und wenig befahren – nichts worüber man sich beschweren konnte.

In Seremban angekommen ging es an den zweiten Teil der täglichen Arbeit – die Unterkunftssuche. Das erste Hotel war zu teuer, doch erzählte mir der Portier, dass am Wochenende immer alles ausgebucht und die Stadt voller Touristen sei. Ungläubig schauten wir uns in dem Ort um der keineswegs touristische Attraktionen bot. Ich vermutete die hohe Hoteldichte eher auf Geschäftsreisende, doch musste ich kurz darauf feststellen dass es sich um eine ganz andere Form des Hotelgewerbes handelte … In einem von außen professionell wirkenden chinesischen Hotel versuchte ich erneut mein Glück. Ich lief die Treppe hinauf und steuerte den Rezeptionisten an der hinter der Theke am Ende der Treppe saß. Oben angekommen schaute ich mich um und stellte fest, dass vor jedem Zimmer ein leicht bekleidetes Mädchen saß. Tiefes Dekolleté, Minirock – ein unglaublicher Anblick wenn man bedenkt, dass Frauen auf der Straße mit Kopftuch und teils auch mit Burka rumlaufen! Keiner reagierte auf meine Anwesenheit, so dass ich mich umdrehte und wieder ging. Auch die meisten weiteren Hotels waren auf den zweiten Blick Etablissements dieser Art. Auffallend war, dass sie alle mit dem Zusatz "air-conditioned" warben! Das Geschäft lief scheinbar gut, denn ich sah stetig Männer ein- und ausgehen. Letztlich fanden wir noch eine für uns passendere Bleibe – ohne Air-Condition!

Am nächsten Tag fuhren wir nach Malakka, die Stadt die der Straße von Malakka ihren Namen gab und von Portugiesen, Holländern und Engländer besiedelt war. Ob ihrer kolonialen Architektur konnten wir schon beim Hereinfahren Scharen von Touristen ausmachen. Das Guesthouse "Travellers Lodge" wirkte sehr sauber und damit es auch so bleibt durften wir unsere Räder nicht mit aufs Zimmer nehmen, da diese als zu dreckig deklariert wurden. Am nächsten Morgen stellten wir anhand zahlreicher Bisse fest, dass es hier Bettwanzen gab! Nachdem wir den Angestellten davon berichteten wurde eine umfangreiche Reinigungsaktion gestartet, Bettwäsche gewechselt und Matratzen besprüht. Leider half das auch nichts. Mit Vorfreude auf ein saubereres Bett fuhren wir weiter nach Batu Pahat, auch BP abgekürzt wie in Malaysia üblich für aus zwei Wörtern bestehende Städtenamen. Nach einer weiteren Übernachtung in Pontian Kechil kamen wir in Johor Bahru ("JB"), der letzten Stadt vor Singapur, an. Über Johor Bahru hatten wir nichts Gutes gelesen, es wurde häufig auf das Bild einer Grenzstadt verwiesen. Die Wirklichkeit entsprach in meinen Augen nicht dem einer Grenzstadt, im Gegenteil schien Johor Bahru schon wie ein Vorgeschmack auf Singapur. Große Einkaufszentren mit den zu erwartenden Markenläden prägten das Bild.

Bei der Immigration nach Singapur wurde ich des (unwissenden) Zigarettenschmuggels überführt. Da waren wir wohl nicht ausreichend informiert, dass man KEINE Zigaretten mitbringen darf. Mit unseren letzten Malaiischen Ringits hatten wir noch sieben Schachteln erworben, da wir immerhin über die Preise in Singapur informiert waren. Und normalerweise darf man ja immer zehn Schachteln mitbringen. Gibt es ein weiteres Land in dem das nicht der Fall ist? Nach Aufnahme meiner Daten (ich nahm alles auf mich, hätte sonst ja ohnehin doppelt so lange gedauert) und einer Verwarnung, konnten wir ohne Zigaretten einreisen. Herzlich willkommen in der Stadt der Verbote!
Die Straßen hier sind flankiert von Schildern mit Hinweisen auf Verbote wie unvorsichtiges Überqueren der Straße oder Hinweise dass aus der Seitenstraße Autos kommen könnten … aber auch ein Hinweis auf Radfahrer Rücksicht zu nehmen. Leider hat es für Fahrradspuren jedoch nicht gereicht und das Abbiegen auf zwölfspurigen Straßen gestaltete sich entsprechend schwierig.
Unsere Unterkunft war in Little India, das sauberste und "unbunteste" Little India in dem ich je war. Die Preise kann man mit einem Wort beschreiben: teuer. Unsere Intention nach Singapur zu fahren beruhte auf zwei Unternehmungen: erstens einen Teil unseres Gepäcks den wir mittlerweile als sinnlos erachteten heimzuschicken und zweitens eine Kamera für Herrn Simon zu kaufen. Damit der Aufenthalt nicht ein zu großes Loch in unsere Kasse riss, erledigten wir unsere "Geschäfte" direkt am zweiten Tag und wollten am dritten Tag auf die Insel Sentosa zum Campen. Die Insel heisst einen mit einem Märchenschloss und einer Achterbahn willkommen, es gibt zahlreiche Ressorts und touristische Aktivitäten wie in einem Freizeitpark. Campen und auch Übernachten war nach Auskunft der Ranger vor Ort möglich, jedoch muss das Zelt nachts abgebaut werden. Das machte für uns nicht wirklich Sinn, so dass wir beschlossen die Stadt vorzeitig zu verlassen und eine Fähre nach Batam, einer indonesischen Insel südlich von Singapur, zu nehmen von wo aus es eine Fährverbindung nach Medan auf Sumatra gibt. Wir waren nicht gerade unglücklich als wir die Skyline Singapurs hinter uns kleiner werden sahen!

[thaya]


Ipoh – Cameron Higlands – Kuala Lipis – Bentong – Kuala Lumpur

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In der drittgrößten Stadt Malaysias Ipoh verbrachten wir vier Nächte und konnten uns dort auf einer großen Leinwand neben einem Foodcourt mit Biergartenatmosphäre direkt neben dem Hotel die zwei WM-Spiele Niederlande – Brasilien und Deutschland – Argentinien anschauen. Die größtenteils chinesischstämmigen Zuschauer waren fast geschlossen für die Südamerikaner, das denen jedoch kein Glück brachte …

Nach einer mal wieder viel zu kurzen Nacht machten wir uns an den Anstieg in die Cameron Highlands. 2.700 Höhenmeter und 95 km mussten wir überwinden um Tanah Rata zu erreichen. Der Anstieg begann mit dem steilsten Teil der Strecke, danach schlängelte sich die Straße stetig nach oben, nicht ohne zwischendurch immer wieder an hart erkämpfter Höhe zu verlieren. Da wir die gesamte Strecke an einem Tag nicht schaffen konnten, zelteten wir eine Nacht hinter Büschen versteckt ein paar Meter neben der Straße – nicht der perfekte Platz, aber da es links der Straße steil hoch und rechts steil runter ging, waren wir schon froh vor Einbruch der Dunkelheit ein ebenes Stück zu finden. Mit dem Wasser mussten wir allerdings sparsam sein. Es gab zwar immer wieder Bäche oder Quellwasser das aus dem Fels sprudelte, jedoch hatten wir, in der Annahme dies würde auch weiterhin der Fall sein nicht jede Gelegenheit zum Wasser tanken wahrgenommen. Also packten wir morgens schnell zusammen um die nächste Wasserquelle zu erreichen. Glücklicherweise dauerte es nicht lang bis wir einen großen Wasserfall ausmachen konnten. Als wir ihn erreichten holten wir erstmal das Frühstück nach und behandelten das restliche Wasser wie gewohnt mit Jod und Vitamin C. Noch vor Mittag erreichten wir die Cameron Highlands, die uns mit einem Ausblick über Gewächshäuser empfingen. Kurz darauf kam die Abzweigung nach Kampung Raja, dem ersten Ort hier. Die Straße führte steil bergab, so dass die Felgen vom Bremsen zu heiß zum Anfassen wurden. Nach einem Nasi Goreng zu Mittag machten wir uns an das vermeintlich kurze Stück bis Tanah Rata. Der erste Teil der Strecke wurde noch mal extrem steil und anstrengender als erwartet, doch nachdem wir die Passhöhe erreicht hatten ging es fast nur noch bergab – wie schön … aber nur die ersten Minuten! Die schnelle Abfahrt und das permanente Bremsen erforderte enorme Konzentration und die Hände begannen zu schmerzen, zudem wurde es ganz schön kalt! Doch es dauerte nicht lang bis wir Brinchang erreichten und nach weiteren 5 km waren wir dann am Ziel Tanah Rata angekommen!

Tanah Rata besteht eigentlich nur aus einer Straße mit kleinen Läden und Restaurants. Die Camerons schienen ein sehr beliebtes Touristenziel zu sein mit vielen großen Hotels, dem entsprechend waren hier viele Touristen unterwegs. Dennoch erholten wir uns hier drei Tage in der Kühle, wo lange Hose, Socken und Jacke abends obligatorisch waren. Die erwarteten und in Reiseführern und Blogs beschriebenen atemberaubenden Aussichten fand ich nicht. Abgesehen von dem Erfolg der Bergetappe und der kühlen Luft waren die Cameron Highlands leider kein Höhepunkt.

Da wir unseren Weg östlich der Berge fortsetzen wollten und es auf Karten zwei Straßen gab, die sich doch irgendwo treffen mussten, erkundigten wir uns vor Ort ob es denn eine Verbindung gibt. Die Straße war noch in Bau, uns wurde aber versichert, dass man dort durchkam. Die Straße führte vorbei an Teeplantagen bergab bis in die nächste Stadt Ringlet, wo die Straße abzweigte. Die weitere Strecke dann war eine wahre Freude – außer einem kurzen Stück Baustelle, das gut zu fahren war, war der Belag super und es gab so gut wie keine anderen Verkehrsteilnehmer. Die ersten 60 km ging es eigentlich nur bergab, doch dann begann der in Karten nicht verzeichnete Abschnitt – und mit beständig ansteigendem Auf und Ab, den wir, wie sollte es anders sein, um die Mittagszeit erreichten. Nach 95 km erreichten wir endlich die Kreuzung ab der wir wieder Entfernungen berechnen konnten. Das fehlende Stück war viel länger gewesen als wir dachten. Endlich eine Tankstelle, denn seit der Baustelle gab es entlang der Straße weder Versorgungsmöglichkeiten noch Wasser! Es war bereits 16:00 Uhr und unser angepeiltes Ziel lag noch 45 km entfernt, zudem war ich ziemlich am Ende meiner Kräfte. Dennoch fuhren wir weiter in der Hoffnung, dass die Strecke je näher wir Kuala Lipis kämen, flacher verlaufen würde. Leider war das nicht der Fall! Es war bereits lange dunkel als wir endlich ankamen. 140 km mit unberechenbaren An- und Abstiegen – für uns der bis jetzt anstrengendste Tag. Aber wir waren sozusagen Pioniere, Entdecker … wir haben uns ins Unbekannte gewagt, es geschafft und waren wahrscheinlich die ersten Radler die diese Straße befahren haben!

Kuala Lipis schien auf den ersten Blick extrem unübersichtlich, ohne erkennbares Zentrum. Als wir endlich Hotels in unserer Preislage fanden waren bereits alle voll, so dass wir ein etwas teureres nehmen mussten, das dafür aber über Air-Con und TV mit HBO verfügte. Da es bereits 22:00 Uhr war und wir es uns nach dem Tag einfach verdient hatten, blieben wir zwei Nächte in unserem gekühlten Fernsehzimmer, bevor wir weiter nach Bentong fuhren.

Von Bentong aus mussten wir wieder über die Berge um nach Kuala Lumpur zu kommen. Auf dem Expressway fuhren wir an den Genting Highlands vorbei, wieder eine anstrengende Bergetappe mit steiler Abfahrt. Ob der Expressway für Radfahrer erlaubt ist oder nicht – keine Ahnung, man fragt sich daheim ja schon welcher Verrückte mit dem Fahrrad auf die Autobahn fährt, wenn in den Verkehrsnachrichten davor gewarnt wird … hier machen wir das! Auch weil wir schlichtweg die Alternativroute verpassten. Zum Glück scheint es auch niemanden zu interessieren.

Nun sind wir seit fünf Tagen in Kuala Lumpur. KL, wie die Stadt hier nur genannt wird, hat abgesehen von allerlei Wolkenkratzern keine Must-Sees zu bieten, ist aber ganz gut zum Abhängen. Unser Guesthouse liegt in Chinatown in einem verratzten Haus von 1914 und erinnert mehr an eine WG als an ein Guesthouse. In Küche, Fernsehzimmer und Gemeinschaftsraum liegt alles und jeder rum, viele sind länger unterwegs und hier um sich Visa zu besorgen. Auch wir waren gestern auf der indonesischen Botschaft und hoffen heute unser 60-Tage-Visum abholen zu können. Dann geht’s morgen weiter Richtung Malakka und Singapur … oder übermorgen …

[thaya]


Hat Yai – Alor Star – Georgetown – Taiping – Ipoh

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Hat Yai, eine südthailändische Großstadt, ca. 70 km von der malaiischen Grenze entfernt, gefiel mir sehr gut. Ein größeres Durcheinander von Kulturen und Ethnien als es in den meisten anderen Städten Thailands zu finden war, viele Chinesen, viel Handel (Gold). Nach ein paar Tagen fuhren wir weiter, nach Malaysia. Die Grenzüberquerung war verwirrend, es gab einen Streifen für die Motos, in den wir wild gestikulierend hinein gewunken wurden. Wir fuhren durch, fanden uns hinter den thailändischen Grenzposten wieder und waren somit nicht ausgereist … Also in falscher Richtung wieder zurück. Wir stellten fest, dass die Motos parkten und dann am Personenschalter ausreisten, dort passten wir mit Rad aber nicht durch, also mussten wir zum Autoschalter. Klingt letztlich nicht so aufregend, kostete aber dennoch mindestens eine Stunde und einige Nerven, da es ja jeder dort anwesende (und es war ‘ne Menge los) gut meinte und und helfen wollte, also von rechts nach links schickte und dort wurde gewunken und hier geschrien … Schliesslich schafften wir es korrekt zum malaiischen Grenzposten, dort alles sehr einfach, Einreisekarte ausfüllen, abgeben, gestempelt und somit 90 Tage Visum. Wir fuhren weiter in die nächstgrößere Stadt Alor Star. Nach ca. 110 km kamen wir an und nahmen ein dem Herrn Simon bereits bekanntes Hotel.

Besonders diese Provinz und die Nachprovinz sollen extrem konservativ sein und Frauen sollen hier mehr belästigt werden als anderswo. Ich machte mich auf einiges gefasst und versuchte einigermaßen angepasst gekleidet zu sein. Bereits beim Abendessen konnte ich feststellen dass der nicht-muslimische Teil der Bevölkerung sich jedoch keineswegs daran hält. Man trägt sehr kurze Hosen, Trägertops und eine Inderin kam sogar in Minirock und Korsage. Ich war beruhigt in meinem T-Shirt. Am nächsten Tag wurde ich dann an einer Tankstelle von einem dort beschäftigten angesprochen, wie es geht, woher ich sei, wohin ich gehe und ob der Herr Simon Freund oder Mann sei. Gibt es etwas dazwischen? Nein, in deren Augen nicht. Ich antwortete mit: "Yeh, that’s my man", da ich es doch nicht direkt übertreiben wollte. Der Malaie schien das zu verstehen und schaute Herrn Simon direkt ganz entschuldigend an als der kam. Der Herr Simon meinte später, dass das bereits die Belästigung war. Gut, damit kann ich leben, was mein Gegenüber sich dabei denkt kann mir ja egal sein.
Soweit so gut. Gestern hatte ich jedoch eine andere Begegnung, die mich dann doch etwas nervte. Ich fuhr gemütlich vor mich her, als ein Einheimischer auf seinem Moto vorbeifuhr und bestimmt 500 m vor mir her fuhr und sich die ganze Zeit umdrehte um mich anzuschauen, dann fuhr er auf die andere Straßenseite, hielt dort und glotzte mich beim vorbeifahren an. Er fuhr vor, drehte um, glotzte wieder, und kam wieder von hinten, klar, glotzend. Ich versuchte ein, zwei böse Blicke zu werfen, obwohl ich grundsätzlich versuche Männer hier nicht direkt anzuschauen. Fraglich was das richtige Vorgehen ist … Kurz darauf traf ich auf Herrn Simon, dem ich den Vorfall berichtete, woraufhin dieser Typ schon wieder glotzend zurückfuhr, wieder von hinten an uns vorbeifuhr und wieder von vorne kam. Ich zeigte ihn dem Herrn Simon der ich-weiß-nicht-was zu ihm rüberschrie und daraufhin kam er wirklich nicht wieder! Daraufhin zog ich mir statt T-Shirt wieder das weite lange Hemd an, fraglich ob das was ändert … aber dieser Vorfall war nun doch belästigend!

Abgesehen davon ist Malaysia toll! Die Leute sprechen fast überall englisch und es wird in lateinischer Schrift geschrieben, was einem den Zugang zu der Sprache sehr erleichtert. Alles wirkt ordentlicher als in Thailand, ist es aber auf den zweiten Blick nicht unbedingt. Es gefällt mir wirklich sehr gut hier!

Nach Alor Star fuhren wir auf die Insel Penang. Eine Urlaubsinsel im Nordwesten Malaysias, von Backpackern, Pauschaltouristen und Japanern besucht. Es gefiel mir erst mal ausgesprochen gut. Wir nächtigten in Georgetown, der größten Stadt dort. Es gibt ein "Little India", "Chinatown" und’ne Backpackerecke. Im Hostel war’s freundlich, Zimmer sauber und abends gab’s erst mal indisches Essen, super! Jedoch mussten wir feststellen das das Bier hier praktisch unbezahlbar ist! Ein großes (600 ml) kostet mindestens EUR 3,50, egal ob Kneipe oder Supermarkt. Da werden wir Bier wohl nicht mehr als "Mineralienquelle" trinken … Am zweiten Tag dort machten wir uns auf den Weg zur Fähre um uns nach Preisen und Abfahrtszeiten für unsere Weiterfahrt nach Sumatra zu erkundigen. Im ersten Reisebüro dort wurde uns erklärt, dass diese Fährverbindung vor zwei Wochen ersatzlos gestrichen wurde, was ein Hafenmitarbeiter bestätigte! Was nun? Planänderung: wir beschlossen nun eben erst durch Malaysia nach Singapur zu fahren und von dort irgendwo eine Fähre zu nehmen. Trotzdem ärgerlich …

Mittlerweile haben wir diesen Plan aufgenommen und sind über Taiping nach Ipoh gefahren, zwei Tage mit an die 100 km und ständigem Auf und Ab. Taiping war die am wenigsten empfehlenswerte Stadt bis jetzt – um es mal so auszudrücken … Die Leute, alle mürrisch guckend, unfreundlich, uns anmachend von Häusern runter, aus Autos raus, Bettelkinderbanden, nur dreckige Hotels, teuer dazu, teils nur zur Prostitution … ne, da muss ich nie mehr hin.
Ipoh, wo wir jetzt sind, ist eine Provinzhauptstadt und sollte für uns eigentlich nur ein eintägiger Übernachtungsort sein, da die letzten zwei Tage aber unerwartet anstrengend waren und die Weiterfahrt sich nach kurzer Recherche auch als sehr anstrengend herausstellte (2.700 Höhenmeter), bleiben wir nun mindestens einen Tag länger, vielleicht auch bis Sonntag um das Spiel Deutschland – Argentinien noch zu sehen.

[thaya]