Beiträge mit Schlagworten ‘Sabah’

Cruising Indonesia – PELNI Special

This SimpleViewer gallery requires Macromedia Flash. Please open this post in your browser or get Macromedia Flash here.
This is a WPSimpleViewerGallery

 

Bali die 2te. Es war der günstigste Flug aus Australien raus und – Bali ist nicht die schlechteste Destination. Nachdem wir geringfügige Probleme mit der Airline hatten – man hatte uns gezwungen ein Rück- bzw. Weiterflugticket zu kaufen, dass wir, wie man uns sagte, vor Ort wieder stornieren und damit unser Geld zurück bekommen könnten (was nicht stimmte – wir mussten schließlich deren Büro in Sydney anrufen …), hatte uns Kuta wieder. Unser erster Weg führte uns zum PELNI Büro, wo wir 2 Tickets nach Sulawesi erstanden. Nach zehntägigem Warten und dem üblichen Stress beim Boarden freuten wir uns auf eine weitere Schiffsreise. Da unter Deck bereits alles belegt war und einige Indonesier bereits in den Ecken und Treppenaufgängen kampierten entschieden wir uns gleich an Deck zu bleiben. Das Wetter war gut, wir fanden eine Bank und hatten auch die Räder direkt bei uns. Gegen später gesellten sich dann einige Indonesier zu uns, und ein australischer Backpacker, der sich in der letzten Phase seines Ueberlandtrips von London nach Australien befand. Alles war in bester Ordnung bis der 1. Offizier uns warnte, dass es in den nächsten beiden Häfen etwas hektisch zu gehen werde und noch mehr Leute an Bord kommen würden, dass wir um unsere Ruhe fürchteten. Und das taten wir zurecht. Als wir im nächsten Hafen anlegten konnten wir einen Mob erkennen der hinter der Umzäunung wartete. Einige von ihnen trugen Kleidung die sie als PELNI Träger identifizierte, der Rest hatte seine Arbeitskleidung wohl entweder in der Wäsche oder war versuchte als freier Träger ein paar Rupien zu verdienen. Noch bevor das Schiff angelegt hatte versuchten schon die ersten den Zaun zu überwinden um auf die Treppe zu gelangen, wo sie vom Sicherheitpersonal zurück geprügelt wurden. So krass sich das auch anhört, schien das alle paar Wochen stattfindende Ereignis der Ankunft eines grossen Schiffes eine willkommene Abwechslung im wahrscheinlich eher ereignislosen Alltags diese Ortes zu sein, so dass die Männer sich eher zum Spass einen Wettbewerb lieferten wer wohl der erste an Bord sein würde.

Allerdings hat der Spass auch seine Grenzen. Z.B. wenn weinende, zu Tode geängstigte Frauen einem Säuglinge entgegen halten aus Angst zu stolpern und von der Menge überrannt oder zerquetscht zu werden! Wir befürchteten das Schlimmste im nächsten Hafen, hier lief es aber etwas zivilisierter ab. Mittlerweile war sämtlicher Platz an Deck in Beschlag genommen. Ganze Familien machten es sich an Deck so gut es ging auf Plastikplanen gemütlich, während andere die noch einen Platz auf einer Bank ergattern konnten mit dem Oberkörper auf ihren Gepäckberg gebeugt schliefen. Zunächst empfanden wir Mitleid – immerhin hatten wir eine ganze Bank und sogar eine Matte, doch Mitgefühl ist hier nicht angesagt. Jeder ist sich hier selbst der Nächste, es werden um Zentimeter gekämpft, und nach dem wir gutherzig wie wir sind einer Indonesierin einen Platz auf unserer Bank anboten sass bald darauf die halbe Familie auf der Bank! Zwischenzeitlich hatte auch das Wetter umgeschlagen. Es regnete leicht und obwohl wir ein Dach über dem Kopf hatten sorgte die Nässe doch dafür dass innerhalb kurzer Zeit auf Deck ein Schmierfilm aus Staub und Wasser entstand. Zusätzlich hatte es etwas Wellengang, und so stürzten regelmäßig Leute an uns vorbei um sich über Bord, meist aber in den Eimer der 3m von uns entfernt stand zu übergeben. Lecker!

Aber alles nimmt auch mal ein Ende und so kamen wir schließlich wohlbehalten in Makassar an. Ursprünglich wollten wir ja das Toraja Hochland besuchen, allerdings machte uns die Regenzeit, das Visum und nicht zuletzt auch die noch nicht veröffentlichten PELNI-Fahrpläne einen Strich durch die Rechnung, so dass wir uns schweren Herzens entschieden Sulawesi am 2. Januar quasi ungesehen wieder zu verlassen, ein weiteres Schiff nach Nunukan auf Borneo zu nehmen, denn von dort ist es nur noch ein kurzer Speedboat-Trip nach Tawau, Sabah, Malaysia.

Der nordöstliche Teil von Malaysisch-Borneo empfing uns mit ausnehmender Freundlichkeit, chinesischen Läden, englischsprechenden Menschen (naja, sagen wir mal deutlich mehr als in Indonesien) und grundsätzlichen höheren Standards als in Indonesien. Aber zunächst mal waren wir krank. Ich zuerst, kurz darauf auch Frau Schroeder. Die Schiffsklimaanlage war wohl schuld, die uns zwei Tage lang mit einer Mischung aus kalter Luft und was-weiss-ich-sonst-noch beglückte. Aber zum Glück hatten wir ein Zimmer mit Movie-Channel, was uns in die beneidenswerte Lage versetzte Stirb Langsam 2, 101 Dalmatiner, Signs und diverse andere Filme mindestens dreimal und zusätzlich zwischen den Filmen die monatlichen Highlights als Vorschau zu sehen. Fünf Tage später verliessen wir Tawau, immer noch leicht angeschlagen, unser Weg führte uns in vier eher ereignislosen Tagen durch endlose Oelpalmplantagen nach Sandakan, wo uns eine weitere Schiffsreise durch den berüchtigen Sulu-Archipel (wer erinnert sich noch an die entführten Deutschen auf Jolo?) nach Zamboanga City auf den Phillippinen erwartete.

[andreas]